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Die Kleingartenanlage Ober St. Veiter Familiengärten wurde im Jahre 1913 gegründet. Hauptgrund war die schlechte wirtschaftliche Situation, besonders im Weinbau zu geringer Umsatz und die generell schlechte finanzielle Situation der Bevölkerung.

Die Ober St. Veiter Hänge waren ein sehr bekanntes Weinbaugebiet mit einem hervorragenden Wein! Zug um Zug half der Grundverkauf den Weinbauern aus der Misere, wobei der größte Grundkäufer die Gemeinde Wien war. Aber auch Privatkäufe und die weitere Bearbeitung einiger Weinbauern sorgten für unorganische Flächenverwendung.

 
 

Die Gründung der Kleingartenanlage 1913 war eine Reaktion der Gemeinde, welche damit die mühselige Ernährungslage der Bevölkerung etwas verbessern wollte. Dieser richtige Schritt zeigte sich in den folgenden Kriegsjahren und auch nach dem 1. Weltkrieg - der Schrebergarten war ein wertvoller Gemüse- und Obstlieferant für seine Pächter.

Die Idee von Dr. Schreber, Familien mit Kindern eine kleine Grünfläche zur Bearbeitung zu übergeben, wurde auch in Wien übernommen. Da nach dem Krieg die Not an Gemüse und Obst aufgrund der bescheidenen Einkommensverhältnisse zusätzlich wuchs, verpachtete die Gemeinde Wien alle verfügbaren Grünflächen als Grabeland. Auch unsere Anlage bekam zusätzliche Flächen hiezu in Pacht - dort wo heute die Gruppe Kulturfreunde ist. Diese Bewirtschaftung wurde auch noch während des 2. Weltkrieges aufrecht gehalten und die fleißigen Gärtner hatten davon wirklich biologisch wertvolle Produkte aus der eigenen Arbeit. Dies brachte eine gesunde Grundhaltung gegenüber der Natur im eigenen Stückchen Land.

Zu diesem Zeitpunkt war der Titel FAMILIENGÄRTEN voll berechtigt, befanden sich ja eine Menge Kinder in der Anlage. Dem Zeitgeist entsprechend wurde die Anlage weiter ausgebaut: eine Lebensmittelhandlung mit Ausschank (Gewerbeberechtigung im Vereinsbesitz) wurde eingerichtet: die KÜHLMEIER! Für alle Gartenbesitzer eine wunderbare Einrichtung, da man sowohl am Samstag als auch am Sonntag einkaufen konnte. Der Gastgarten war der Treffpunkt für Familienfeiern und auch für den Verein eine gute Kommunikationsmöglichkeit - und eine Menge von Problemen löste man bei einem guten Gläschen Wein. In der Materialhütte wurden Aktionen mit Gartengeräten, Pflanzen und vor allem mit Erde und Torfmull jeweils im Frühjahr und zum Herbst durchgeführt - angenehm für die Mitglieder, da damals noch viele kein Auto besaßen. Viele werden sich noch an Herrn Lindner, Herrn Franz Kaluza und als letzten an Herrn Reitmann erinnern, welche diese Aktionen betreuten.




Das Vereinsleben war ein stetes Gemeinschaftserlebnis - in ganz früherer Zeit war jedes Vereinsmitglied gemäß der Generalversammlung zu einigen Stunden Arbeit FÜR DEN VEREIN verpflichtet. Eine Glocke wurde zum ausgemachten Zeitpunkt geläutet, worauf alle die Zeit hatten und arbeiten konnten, mit Schaufel und Schubkarren zusammenkamen. Schlusspunkt war dann - Kühlmeier! Wer nicht kam oder konnte bezahlte eine geringe Summe für seine nicht geleistete Arbeit - heute noch denkbar?

Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die Infrastruktur ausgebaut - Wege, Müllplätze usw. Zusätzlich wurde von Firmen sodann die Wasserleitung verlegt, die Wege asphaltiert und die Toranlagen gewartet. Eine der letzten Arbeiten war die Verlegung des Kanals. Anschließend wurden alle Bereiche, die damit in Mitleidenschaft gezogen worden waren, erneuert - so sämtliche Toranlagen und natürlich die Wege. Der Verein ist zuständig für die Wasserleitung und die Außenzäune. Die Kanäle wurden jeweils durch eine Betreibergemeinschaft pro Gruppe zusammengefasst und errichtet.

Leider bekam der Verein nicht die Möglichkeit, die Gruppe Kulturverein als Gruppe A3 anzuschließen, wodurch die Straßenführung sehr unübersichtlich wurde.

Die Vereinsleitung arbeitet stets an der Modernisierung und Verbesserung der Anlage um den Mitgliedern ein zeitgemäßes und angenehmes Wohnen in der Anlage - unter steter Rücksichtnahme auf die Natur - zu ermöglichen.
 

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